Málaga hat keine enorme Auswahl an Stellplätzen. (Weit) im Osten findet sich die Área Malaga Beach, die ganz gut ist, aber oft komplett überfüllt. Wir beschließen mal etwas neues zu versuchen und reservieren uns per Whatsapp einen Platz La Minilla.
Inhaltsverzeichnis
Buchung und Anreise

Eine Reservierung ist notwendig, denn der Platz wird im Prinzip ohne Rezeption betrieben. Man erhält einen Türcode und kann damit auf den Platz. Zuvor muss man’s allerdings erstmal auf den Berg schaffen, denn der Campingplatz liegt in den Hügeln über Málaga.

Das Tor öffnet sich mittels Türcode, und danach beginnen erstmal bange Meter, denn die Zufahrt zum Platz ist nicht ohne. Holpriger Beton weicht Schotter und dann kommt eine Steile (Beton-)Rampe nach unten. Am Straßenrand raucht es, hier wurde wohl Unkraut verbrannt. Ich sehe mir das ganze zu Fuß an, suche eine Rezeption, die gibt es nicht. In einem Dauercamper-Wohnwagen leben die Platzwarte, die mir bedeuten, mich gerne auf den letzten, verbleibenden Platz zu stellen. Der ist dann wohl unserer.

Ersteindruck
Der Platz ist 2025 noch in Entstehung begriffenen. Im oberen Teil werden gerade Terrassen geschaufelt und dafür Bäume zurechtgeschnitten. Die ersten Tage sind daher nicht gerade ruhig, ständig heult irgendwo eine Motorsäge auf, und der Brandgeruch des verbrannten Gestrüpps steigt in die Nase (und den Camper).

Davon abgesehen ist die Lage wirklich schön. Man blickt von oben auf die Hügel, unter uns liegt ein weiterer Campingplatz, in der Ferne glitzert das Meer. Ein riesiges Kreuzfahrtschiff liegt draußen vor Anker.
Für jeden Camper gibt es einen Grasteppich vor der Parzelle. Das ist nicht schlecht.
Die Parzellen sind nicht riesig, man steht eng, aber für Fahrzeuge bis sieben Meter geht sich das aus. Längere Fahrzeuge sollten den Platz ohnehin meiden, denn dann wäre An- und Abreise wegen des beschränkten Platzes und der steilen Rampe ohnehin eine Herausforderung.

Neben uns steht ein Mobilheim, das sich Schweizer hier anscheinend permanent hingestellt haben.
Ausstattung

Es gibt einen Selbstbau-Sanitär-Raum für alle. Ein Klo, eine Dusche. Die sind allerdings immer picobello sauber, die Dusche kostet nicht extra, der Wasserdruck ist gut.

Gelegentlich muss man warten, bis man dran ist, aber bei den maximal 8 Parzellen, die es derzeit gibt, ist das ok. Wird der Platz demnächst erweitert, könnte es knapp werden.

Die Grauswasserentsorgung ist etwas rustikal: Mittels bereitgestelltem Schlauch bindet man den eigenen Abwassertank an Anschlüsse am Boden an – und die scheinen das Grauwasser dann direkt ins Gebüsch zu leiten.
Frischwasser gibt es per Schlauch vor dem Sanitärcontainer.

Eine separate Toilettenentsorgung ist hinter dem Sanitärcontainer vorhanden. Eine Waschmaschine steht ebenfalls zur Verfügung, Wäscheständer kann man sich ausborgen.
Auch eine kleine Geschirrwaschstation ist vorhanden. Es ist ein Minicamping, aber alles, was da ist, ist gut.

Strom gibt es am Platz direkt, es ist kein langes Kabel erforderlich.

Die Lage
Die Lage des Platzes ist Vor- und Nachteil zu gleich. Einerseits hat man hier viel Ruhe. Bis auf die besagten Motorsägen und das Hundegebell. Andererseits ist man weitab vom Schuss. Gut, so weit wäre es nicht. Etwa vier Kilometer sind es bis zur Plaza de la Merced in der Altstadt Málagas. Doch was die Karte nicht zeigt ist, wie steil der Weg dorthin ist. Ich bewältige ihn im Laufe unseres Aufenthalts zwei Mal per Fahrrad. Hinunter macht das Spaß, und in gerade einmal zehn Minuten ist man in der Altstadt. Nach oben allerdings…rinnt der Schweiß. eBike-Besitzer sind hier klar im Vorteil. Radwege gibt es auf dieser Strecke nicht, man ist auf der Hauptstraße unterwegs. Ich erlebe die Malagueños allerdings als rücksichtsvolle Fahrer.

Auch um Einzukaufen muss man fast den ganzen Berg bewältigen, oben gibt es nichts.
Ein Bus fährt ebenfalls nach unten, allerdings nur alle heiligen Zeiten. Ein Taxi oder Uber sind die Alternativen.

Was tun in der Umgebung?

In der unmittelbaren Umgebung gibt es nur wenig zu tun. Verlässt man den Platz, landet man direkt auf der Hauptstraße, die auf den Berg führt. Oft gibt es hier nur wenig Verkehr, am Wochenende tummeln sich hier aber Ausflügler in großer Zahl.

Direkt neben dem Platz gibt es zwei Restaurants, die wir nicht getestet haben. Dahinter folgt ein Pfad auf den Berg, auf dem man ein wenig spazieren kann. Die Ausblicke auf Málaga sind von hier aus nicht schlecht. Dahinter folgt ein Netz von Mountainbike-Trails.

Geht man ein paar Minuten den Berg hinunter, landet man am Rincon de Paqui, wo man gute und günstige Tapas essen kann.

Preis
2025 kostet eine Nacht €20, dabei ist alles (Strom, Duschen) inbegriffen. Für längere Aufenthalte (mindestens eine Woche) gibt es wohl Rabatt, danach muss man aber explizit fragen, von selbst wird er nicht angeboten.
Sichere Parkmöglichkeit
Als wir mit meiner Mama eine Andalusienrundreise planen, vereinbare ich das Abstellen unseres Campers am Platz während dieser Zeit zum halben Tagestarif. Das ist nicht supergünstig, aber ok.

Fazit
Camping La Minilla ist eine gute Option für Ruhesuchende, die kein Meer brauchen und denen es genügt, gelegentlich per Taxi, Bus oder Fahrrad nach Málaga zu fahren. Zu Fuß kann man nur wenig erledigen, aber dafür bietet der Platz alles, was man braucht. Wer vor Ankunft seine Vorräte auffüllt, kann hier auch einfach ein paar ruhige Tage erleben. Der Betreiber ist etwas schüchtern, aber kommt man erst Mal ins Gespräch, ist er sehr nett.
Caravan Park Minilla, Cam. del Colmenar, Málaga-Este, 29193 Málaga
GPS: 36.74805236218389, -4.4076374112616215






