Strand in Süd-Albanien

Südalbanien mit dem Wohnmobil: Sarande und Butrint

Nach unserem kurzen Aufenthalt am Livadi-Beach bei Himarë📍 fahren wir mit dem Kastenwagen an der Küste entlang weiter in Richtung Süden. Wir haben keine konkreten Pläne und lassen das Land auf uns wirken. Die Küste ähnelt hier ein wenig jener in Dalmatien, und um einen Geheimtipp handelt es sich auch nicht mehr: Hier ist der Tourismus angekommen. Wir besichtigen einige Strände und stellen uns zum Schluss noch einem Abenteuer: Der Seilfähre von Butrint📍!

KÜSte In SÜDalbanien

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Albanien zwischen dem Llogara-Pass📍 und Sarendë

Südlich des Lloraga-Passes finden sich einige, schöne Strände, die offensichtlich auch bei Wildcampern beliebt sind. Insbesondere die Strände in Borsh📍 und Piqeras📍 haben uns angesprochen: Dort gibt es Platz, nicht zuviel Trubel und wir sehen einige Wohnmobile. Wir sind allerdings gerade erst aufgebrochen, weshalb wir unseren Weg fortsetzen.

Hier der große Strand von Borsh:

Strand Bei Borsh

Und hier der etwas kleinere „Plazhi i Bunecit“ bei Piqeras📍:

Strand Bei Piqueras, Albanien
Wohnmobil Bei Piqueras, Albanien

Wem Freistehen weniger liegt, der findet entlang der Hauptstraße immer wieder sehr einfache Campingplätze mit teils sehr engen (und auf alle Fälle nicht asphaltierten) Zufahrten.

Die Hauptstraße selbst ist hier übrigens in ganz ausgezeichnetem Zustand, und auch für große Wohnmobile perfekt geeignet.

Ein einsames Wohnmobil sehen wir bei Porto Palermo📍. Die dortige Ruine wirkt ein wenig wie eine Arme-Leute-Version von Sveti Stefan in Montenegro.

Wohnmobil In Porto Palermo, Albanien

Unerwartet schnell sind wir kurz vor Sarande📍, und was wir nicht wissen ist, dass man 15 km vor der Stadt keinen Meerzugang mehr hat: Man steckt da hinter einer Hügelkette, und kann das Meer rechts nur erahnen.

Stra&Szlig;E Vor Sarande

Sarandë

Viel zu schnell kommen wir daher in Sarandë an (wir hätten wohl doch eine längere Pause an einem der Strände einlegen sollen). Die Stadt bietet das übliche Touristen-Einerlei, das uns überhaupt nicht zusagt. Lustig finden wir, dass die Personen, die auf der Straße Apartments per Schild anpreisen, dass dem Verkehr entgegengehalten wird, auch vor unserem Wohnmobil nicht halt machen. Eifrig werden wir zur Einkehr aufgefordert. Wohnmobile scheinen also noch nicht allzu bekannt zu sein – auch, wenn man sie an den Stränden zahlreich antrifft.

In Sarandë hält uns jedenfalls nichts, und so fahren wir nur durch. Das bedeutet für sich schon ein wenig Abenteuer. Die parkenden PKW zwingen uns oft auf die Gegenfahrbahn, wo dann schonmal ein rasanter Albaner um die Kurve hetzt. Allgemein müssen wir aber sagen, dass in Albanien unserer Wahrnehmung nach gesitteter gefahren wird, als in Montenegro oder Bosnien. Dort wurden wir andauernd (und oft anscheinend nur aus Prinzip) überholt, während sich hier oft eine lange Kolonne hinter uns bildet, wenn wir zum Ducato-Bremsen-Schonen langsam einen Berg hinabrollen. Erst, wenn wir rechts blinken und so zum überholen auffordern, fahren die Autos an uns vorbei. Allerdings werden Kurven gerne geschnitten, und auch ein entgegenkommendes Auto ist dann kein Grund, auf die eigenen Fahrspur zurückzukehren. Darum muss man schon per Hupe freundlich bitten.

Von Sarandë nach Butrint📍

Weiter geht’s von Sarande📍 nach Butrint📍. Auch hier herrscht viel Trubel, und die Strände, die wir sehen, sind uns zu voll. Sonnenschirm-Meere sind das unsrige nicht. Allerdings haben wir zugegeben keine der engen Zufahrten zu etwas abgelegeneren Stränden ausprobiert.

Strand Bei Butrint

Die Seilfähre von Butrint📍

Es gibt da eine Fähre aus Holz, die von Seilen über den Fluss gezogen wird. Erbärmlicher Zustand, fahr da herum, mach das nicht!“ sagte ein Kollege über die Seilfähre in Butrint. Sicherlich ein gut gemeinter Rat, aber wenn man schonmal an ein so außergewöhnliches Verkehrsmittel gerät, dann finden wir es wirklich schwierig, dazu „nein“ zu sagen.

Die SeilfÄHre Von Butrint

Und als wir unvermutet am Ende der Straße ankommen, weil davor plötzlich ein Fluss, aber keine Brücke ist, so reihen wir uns gleich in die (kurze) Warteschlange ein. Der Parkplatz rechts der Straße ist übrigens nicht für die Fähre gedacht, verärgert weist uns ein Parkwächter hier wieder weg. Hier parkt man, wenn man den Butrint-Nationalpark📍 oder die archäologische Stätte (mit Basilika, Burg, Amphitheater und historischer Stadtmauer) besichtigen möchte.

ArchÄOlogische StÄDte Im Nationalpark Butrint

Wir fahren aber gleich danach auf das wackelige Holzkonstrukt, das ohne Frage schon bessere Tage gesehen hat.

Die SeilfÄHre Von Butrint

Der teuerste Tarif ist den Wohnmobilen vorbehalten, und kostet 10 € (unabhängig von der Anzahl der Reisenden im Wohnmobil). Euros werden, wie fast überall in Albanien, anstandslos akzeptiert.

Die Fahrt dauert vielleicht zwei Minuten, und so muss man sich sputen, wenn man gute Bilder von der Überfahrt machen will.

Fähre und Camper überstehen die Fahrt ohne Vorkommnisse, und so können wir noch kurz die venezianische Dreiecksburg am anderen Ufer besichtigen, sowie nachfolgende Überfahrten fotografieren.

Von Butrint zur griechischen Grenze

Womit wir nicht ganz gerechnet haben (ja, hätte man recherchieren können, aber wir lassen uns nunmal gerne überraschen) ist, dass nach Butrint nicht mehr viel Albanien kommt. Insbesondere gibt es keinen Zugang zum Meer mehr, somit gibt es hier keine Strand-Pause mehr. Stattdessen versuchen wir, unsere letzten LEK zu verbrauchen. Das ist schwierig:

Wir essen zu Mittag, das kostet zu zweit (griechischer Salat und Taskebab mit Getränken) aber nur ein paar Euro, somit haben wir danach immernoch ca. 20 € in LEK übrig. Ich probiere Taskebab, eine griechische Gulasch-Variante, Olya genehmigt sich den ersten griechischen Salat, den es hier bereits gibt.

In Mursi versuchen wir unser Glück beim Minimarkt, der hat aber geschlossen. Naja, die Lek bleiben dann fürs nächste mal.

Fazit

Südalbanien hat schon seinen Reiz, und im Nachhinein ärgern wir uns etwas, zu schnell durchgerauscht zu sein. Wir sind halt immer auf der Suche nach dem perfekten Platz hinter der nächsten Kurve, und wenn dann plötzlich die griechische Grenze vor uns auftaucht, wollen wir auch nicht mehr zurückfahren. Die südalbanische Küste hat uns jedenfalls viel besser gefallen als jene im Norden, die wir 2013 besucht haben. Die Strände sind leider nicht sooo zahlreich und bereits gut bewirtschaftet und besucht. Der griechische Einfluss ist hier spürbar, nicht nur, was das Essen betrifft. Ob wir wiederkommen? Nunja, irgendwann wahrscheinlich schon. Beim nächsten Mal werden wir aber eine Route durchs Bergland planen.

Livadi Beach

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Gerfried / womoguide.at
Über den Autor
Gerfried Reis
"Immer schon" im Wohnmobil unterwegs. Fotograf, YouTuber, Autor, Blogger, Wingfoiler, Softwareentwickler. Mehr erfährst du hier.

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4 Gedanken zu „Südalbanien mit dem Wohnmobil: Sarande und Butrint“

  1. Sehr spannend! Als ich vor 2, 3 Jahren in Albanien war (ebenfalls ein Roadtrip, aber mit ganz normalem Auto) war ich wirklich froh, wieder schöne Straßen zu haben (in meinem Fall war’s dann Montenegro). Außerdem fand ich das Fahren dort echt anstrengend, weil es irgendwie kein System gab, gefühlt tat jeder wie es ihm gefiel. Also sind wir damals auch recht schnell wieder abgereist… (übrigens vom Ohrid-See gekommen, nach Sarande und dann rauf nach Montenegro). Deine Schilderung mit der Fähre scheinen aber auch auf eine große Portion Abenteuer schließen zu lassen 😀

    • Hi Katie,

      es war ja eigentlich halb so wild, man hofft halt, dass das Floß nicht untergeht. Und: Ja, das südländische Intuitiv-Fahren ist immer wieder eine Umstellung, wenn man (zu schnell) vom Norden her anreist 😉

      Schonmal vorab einen guten Rutsch!
      Gerfried

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