Freiwillig landeten wir nicht am Campingplatz Los Jarales in Playa Calahonda bei Mijas an der Costa del Sol.
Eine Freundin hat zum gemeinsamen Treffen am Wochenende in einem Restaurant in La Cala de Mijas geladen. Im April brennt die Sonne an der Costa del Sol schon richtig kräftig vom Himmel und da wir unsere Katze Ruby nicht den ganzen Tag mit an den Strand zerren wollen, bleibt uns nichts anderes übrig, als einen Schattenplatz zu finden, wo sie dann im Camper verweilen kann.

Viele Gelegenheiten gibt’s dafür nicht. Die Gegend ist ein Paradebeispiel des übertriebenen Massentourismus, es ist alles zugebaut, Parkplätze für Wohnmobile sind Mangelware, mit Schatten umso mehr. Viele passende Campingplätze gibt es nicht, immerhin sind wir hier am Weg zwischen Málaga und Marbella, und hier glauben dann auch die Campingplätze, dass sie Luxus bieten müssten. Oder zumindest entsprechende Preise verlangen. Die €50 pro Nacht, die Camping Capobino auch in der Vorsaison für einen Schattenplatz veranschlagt, sind uns eine Nummer zu hart, und so entscheiden wir uns – trotz gemischter Reviews – für Camping Los Jarales.
Inhaltsverzeichnis
Anfahrt zum Camping Los Jarales
„Augen auf“ gilt schon auf der Anfahrt zum Campingplatz. Der Platz liegt direkt an einer Schnellstraße/Stadtautobahn, und verpasst man die Ausfahrt, muss man längere Umwege fahren.

Man sollte also die Geschwindigkeit rechtzeitig reduzieren und dann vorsichtig die recht Steile und buckelpistenartige Rampe nehmen. Wenige Meter später steht man auch schon vor der Campingplatzschranke.

Der Checkin geht schnell, die Freundlichkeit könnte besser sein. Einen Platz aussuchen kann man nicht, man bekommt ihn zugewiesen. Nicht, dass es viele, freie Plätze gegeben hätte. Immerhin, wir bekommen einen Platz im Schatten – Ziel erreicht.

Platz-Eindruck
Der Campingplatz ist ein einfacher 2*-Campingplatz, was an sich kein Problem wäre. Unschön ist er vor allem deshalb, weil es sich zu 80% um einen Dauercamperplatz handelt.

Mit lauter verlotterten, unbewohnten Permanent-Aufbauten rund um Wohnwägen herum stellt sich eine triste Atmosphäre ein.



Mit Planen umhüllte PKW und lustige Sprüche auf Englisch zeigen: Wer sich als Engländer in Calahonda keine der Millionen-Euro-Wohnungen leisten kann, mietet sich anscheinend dauerhaft hier am Campingplatz ein. Naja, wem’s gefällt.


Als Olya später im Home-office vor dem Camper sitzt, mischt sich der Geruch der Nadelbäume mit dem müffelnden Geruch der feucht vor sich hin schimmelnden Dauercamper-Zelte. Unser Nachbar ist ein Norweger, der uns nicht ansieht und schon gar nicht grüßt, aber dafür sein Wohnmobil offensichtlich auch nicht nur für eine Woche abgestellt hat. Frischwasser, Abwasser, alles ist fix angeschlossen und er scheint sich ein wenig von seinen neuen Nachbarn gestört zu fühlen. Immerhin, sein Hund ist angeleint und Ruby kann in Ruhe auf unserer Parzelle sitzen.

Die Ausstattung

Der Platz bietet parzellierte Stellplätze, zum Großteil unter hohen Bäumen die gut Schatten spenden. Strom ist nicht im Stellplatzpreis inkludiert, kann aber für eine Tagesauschale dazugebucht werden.

Der Platz versprüht nicht nur 60er-Jahre-Charme, sondern bietet auch die Ausstattung eines einschlägigen „Feriendorfs“. Minigolf und Basketballplatz gehören dazu, sowie ein Bar-Restaurant, wo sich die Dauercamper täglich zum Tratsch treffen, und wo man als Nicht-ortsansäßiger bei jedem Vorbeigehen begafft und besprochen wird.



Die Sanitäranlagen sind alt, aber relativ sauber. Ob der Fleck an der Wand der Dusche Schmutz oder Schimmel ist, wollten wir nicht feststellen.
Die Umgebung

Calahonda ist die Art Umgebung, mit der man uns jagen kann. Wären wir nicht terminlich gebunden, müssten wir sofort wieder die Flucht ergreifen. Dass die Gegend komplett zugebaut ist, hatten wir schon erwähnt. Dass daran aber kaum mehr etwas Spanisch ist, erschwert uns das Ganze. Ein „British supermarket“ reiht sich an einen Immobilienhändler, der wiederum an einen „British dentist“ und einen fish&chips-Laden. Eine Exklave.





Über eine Brücke geht es über den Highway und ich vermute, nun am Strand zu laden. Aber so einfach ist das nicht. Am Strand steht ein Riesen-Hotelklotz neben dem nächsten. Tore und hohe Zäune verbieten dem Pöbel den Zutritt, und ich muss eine Weile suchen, bis ich den Strandzugang für die „billigen Gäste“ finde.

Am Strand selbst wär’s ja eigentlich ganz schön.

Es gibt einen riesigen „Boardwalk“, daneben Sandstrand und die an diesem Tag hohen Wellen des Mittelmeers.

Nur zur anderen Seite darf man nicht blicken. Hohe Zäune verhindern, auch nur einen Meter vom Boardwalk abzuweichen, und dahinter stehen sie, die Hotelbunker.

Zu dieser Jahreszeit noch überwiegend verlassen, was zwar für Ruhe sorgt, aber auch irgendwie Creepy Vibes erzeugt.


Immerhin die Chiringuitos sind nicht komplett überteuert (aber natürlich nicht auf der günstigen Seite).
Preise
Die aktuelle Preisliste findest du hier. Wir haben im April 2025 für zwei Personen + Camper ohne Strom €18/Tag bezahlt. Das ist für die Gegend okay, immerhin sind die Duschen im Preis inkludiert.
Update
Als der Artikel schon geschrieben war, wurde ich vom Platzwart aufgefordert, nicht zu filmen. Das sei Privatbesitz, filmen nicht erlaubt. Nun gut. Klar kann man das so machen. Die Sache ist nur die, dass nur die wenigsten Campingplätze nicht über kostenlose Publicity erfreut wären. Und wenn man nicht will, dass andere sehen, wie’s am Platz tatsächlich ist, dann fragt sich, was man verstecken möchte? Wer stolz auf sein Angebot ist, wird eher nicht zu solchen Mitteln greifen. Wir überlassen euch ein Urteil.
Fazit
Unser Fall ist das nicht. Uns ist unerklärlich, wie man hier freiwillig herfahren kann, wo es doch so viele, schönere Ziele gibt. Das gilt sowohl für den Campingplatz, als auch für die Umgebung. Den Platz an sich wollen wir aber nicht komplett schlechtreden. WENN man (wie wir in diesem Fall) unbedingt hier in der Gegend sein muss, dann bietet der Platz alles was man benötigt, zu einem (für die Umgebung) günstigen Preis. Schön ist anders, und ja, er ist alt, aber auch nicht so schlecht, wie viele Reviews meinen. Wenn es aber nicht Calahonda sein muss, dann können wir euch diesen Küstenabschnitt und den Platz wirklich nicht empfehlen. Und nachdem wir mit Filmverbot belegt wurden, hat sich der Platz für uns ohnehin erledigt. Nehmt den Artikel daher eher als Warnung.
GPS: 36.4891981370537, -4.717804233424777
Adresse: Calle Mérida de Jarales, 2, 29649 Calahonda, Málaga







