Wohnmobil Basisfahrzeug

Das Wohnmobil-Basisfahrzeug

Das Wohnmobil-Basisfahrzeug ist fast immer ein Nutzfahrzeug. In einen Transporter wird eine Wohneinrichtung eingebaut, oder ein Wohnmobil-Aufbau wird auf ein Transporter-Fahrgestell aufgebaut. Doch welcher Transporter-Typ bildet die beste Basis für ein Wohnmobil? Verschaff dir hier einen Überblick!

Wie ein Wohnmobil gebaut wird

Wohnmobile werden grundsätzlich auf Fahrzeugen aufgebaut, die als Transporter und Lieferwägen konstruiert wurden. Ein gewöhnlicher Kfz-Hersteller wie Fiat oder Mercedes liefert also zuerst ein gewöhnliches Fahrzeug an den Wohnmobil-Hersteller, und dieser baut dann ein Wohnmobil daraus.

  • Beim Kastenwagen wird vom Wohnmobil-Ausbauer ein Transporter ein Camping-Innenleben in die bestehende Blechhülle eingebaut.
  • Bei Teilintegrierten und Alkoven wird vom Wohnmobil-Ausbauer ein Wohnmobil-Aufbau auf eine Basis aufgesetzt, die nur aus Fahrerhaus mit Rahmen besteht.
  • Beim Integrierten wird schließlich auch das Fahrerhaus vom Wohnmobil-Ausbauer gebaut.

Mehr zu den Wohnmobil-Typen findest du in diesem Artikel.

Der Zielkonflikt zwischen Transportern und Wohnmobilen

Die meisten Wohnmobil-Basisfahrzeuge sind primär als Transporter für den gewerblichen Einsatz vorgesehen. Daraus ergibt sich eine gewisse Diskrepanz bezüglich Prioritäten: Für den gewerblichen Einsatz muss ein Fahrzeug günstig sein, darf aber nach wenigen Jahren „verbraucht“ sein. Es ist dann abgeschrieben und hat sich bereits bezahlt gemacht. Langlebigkeit ist kein Muss-Kriterium.

Bei Wohnmobilen hingegen wird der Wert des Fahrzeugs durch den Wohnmobil-Aufbau leicht verdoppelt, und entsprechend lange soll die Nutzungsdauer sein. Da ist es dann ärgerlich, wenn das Basisfahrzeug unter einem perfekt gepflegten Aufbau wegrostet.

Obwohl Wohnmobil-Basisfahrzeuge nun eigentlich ursprünglich nicht mit dem Ziel der Langlebigkeit konstruiert wurden, können auch Wohnmobil-Basisfahrzeuge nach 20 Jahren gut in Schuss sein. Regelmäßige Wartung dankt ein Wohnmobil – wie jedes andere Fahrzeug – mit hoher Lebensdauer. Je nach Fahrzeugtyp empfiehlt sich eine Fahrzeugkonservierung, um Korrosion vorzubeugen. Schlussendlich haben auch Nutzfahrzeughersteller hinzugelernt, und sehen Wohnmobile als Zielgruppe, die nicht einfach ignoriert werden darf.

Dein Wohnmobil-Basisfahrzeug auswählen

Welches Basisfahrzeug ist das richtige für dich? Es gibt große Unterschiede bezüglich Kosten, Komfort, erhältlichen Zusatzfeatures und Motorisierungen. Hier einige Anhaltspunkte, worauf es beim Wohnmobil-Basisfahrzeug ankommt.

Die richtige “Dimensionierung” des Wohnmobil-Basisfahrzeugs

Größe und Gewicht sind beim Wohnmobil immer relevante Themen. Überladung  ist ein weit verbreitetes Problem von Wohnmobilen. Insbesondere die

  • Verbleibende Zuladung
  • Der zur Verfügung stehende Stauraum sowie
  • Die mögliche Anzahl der Reisenden

sind daher im Auswahlprozess wesentliche Fragestellungen. Die Höhe des Wohnmobils bestimmt z. B. die Stehhöhe, doch je größer ein Fahrzeug wird, desto mehr wiegt es auch. Das verringert wiederum die verbleibende Zuladung. Insbesondere bei Kastenwagen ist die Wahl von Hochdach / Superhochdach-Versionen daher maßgebliche Entscheidungen. Bei Integrierten / Alkoven oder Teilintegrierten ist dies erstmal weniger wichtig.

Vergiss auch nicht auf weitere Kriterien:

  • Möchtest du Anhänger ziehen können?
  • Möchte ich eine Motorradbühne o. ä. montieren? Dann werden die Achslasten sehr wichtig

Achte bei einem Basisfahrzeug für einen Selbstausbau insbesondere auch auf die Breite der Basis: Diese entscheidet wesentlich über Raumgefühl (und die Möglichkeit eines Querbetts).

Ausstattung deines Basisfahrzeugs

  • Möchtest du ein Automatik-Getriebe? Bedenke hierbei, dass ein Automatikgetriebe sowohl Mehrkosten, als auch Mehrgewicht verursacht. Natürlich ist die Automatik bequem, doch ihren großen Vorteil spielt sie bei häufigen Schaltvorgängen aus. Diese hat man aber dann eher nicht, wenn man weite Strecken zurücklegt. Stadtverkehr stellt für Wohnmobile aber eher die Ausnahme dar. Bedenke zudem, dass der Fiat Ducato ein automatisiertes Schaltgetriebe bietet, was nicht dasselbe wie eine „echte“ Wandlerautomatik ist.
  • Welche Extras deines Basisfahrzeugs (Klimaanlage, größerer Treibstofftank, Alarmanlage, Traktionskontrolle) sind für dich wichtig? Gibt es diese bei deinem favorisierten Hersteller?
  • Die Klimaanlage kann bei Hitze auch ein Sicherheitsfaktor sein.
  • Benötigst du Vierradantrieb (sehr selten erhältlich!)
  • Lack: Farbe, Qualität.

Motor und Antrieb von Wohnmobil-Basisfahrzeugen

„Ein Wohnmobil ist zum Reisen, nicht zum Rasen gedacht“. Dieser häufige und gut gemeinte Rat ist zwar richtig, andererseits nervt er Berufstätige wohl eher, die ihre wenigen Wochen Urlaub nützen wollen, und diese nicht mit 90 km/h auf der Straße verbringen wollen. Welche Motorisierung benötigst du also? Zuverlässigkeit und Leistung stehen hier in der Anforderungsliste von Wohnmobilisten meist weit oben.

Wohnmobil-Motorisierungen bewegen sich heute circa zwischen 110 PS und 190 PS. In den 80ern waren auch große Wohnmobile durchaus noch mit 70 PS motorisiert. Das ging zwar, war aber an Steigungen kein großer Spaßfaktor.

Kleine Wohnmobile können mit kleineren Motoren auskommen, größere Motoren greifen eher zu größeren Motorisierungen. Während Campingbusse oft PKW-ähnlich zu fahren sind, sinkt mit steigender Größe von Wohnmobilen auch die sinnvolle Reisegeschwindigkeit. Man fährt man mit großen Wohnmobilen aufgrund des dann hohen Verbrauchs und der Seitenwindanfälligkeit normalerweise nicht 150 km/h, doch an langen Autobahnsteigungen und auf Bergstraßen wünscht man sich schnell mehr Kraft.

Die Standard-Motorisierung ist 2018 der Ducato mit 130 PS. Damit sind kleine Mobile gut motorisiert, größere Wohnmobile müssen sich auf gemütliche Reisegeschwindigkeiten einstellen.

Abhängig von deinem Basisfahrzeug und der Motorisierung ergeben sich einerseits unterschiedliche Fahrleistungen, andererseits ein anderer Verbrauch. Mehr PS bedeutet aber nicht immer „mehr Verbrauch“. Ein Motor, der im Teillastbereich läuft, kann effizienter arbeiten als ein Motor am Limit.

Großen Einfluss auf den Verbrauch hat natürlich auch die Art des Wohnmobils. Alkoven verbrauchen aufgrund ihres großen Windwiderstands weit mehr als kleine Campingbusse. Je nachdem, wie oft und wie weit du fahren willst, kann der Verbrauch nun wichtiger, oder weniger wichtig sein.

Wie relevant der Treibstoffverbrauch ist, wird im wesentlichen durch eure geplanten Reisen in Verbindung mit eurem Budget  bestimmt. Wenn du nur kurze Strecken zurücklegen willst, fällt der Treibstoffverbrauch nicht so sehr ins Gewicht. Falls du also günstig an einen „Spritschlucker“ kommen kannst, kannst das durchaus eine Option sein. Wer mehrmals jährlich ans Nordkap fahren möchte, wird auf geringen Dieselverbrauch mehr Wert legen.

Die Ersatzteilversorgung für Wohnmobile

Asiatische Exoten sind in Europe viel seltener anzutreffen. Dementsprechend ist das Werkstättennetz weniger dicht. Zudem sind Ersatzteile oft teuer und nicht immer auf Lager. Nichts ist unangehmer, als im Urlaub 2 Wochen auf ein Ersatzteil warten zu müssen. Dies ist einer der Gründe, warum der Fiat Ducato einen dermaßen großen Marktanteil hat. Doch auch Citroen und Renault haben ein gutes Werkstattnetz – allerdings weniger auf Nutzfahrzeuge ausgerichtet. Es ist daher nicht immer gewährleistet, dass dein Wohnmobil auch auf die Hebebühne passt.

Ein Wohnmobil-Basisfahrzeug selbst ausbauen

Selbstausbauer stehen bei der Kostenberechnung schnell vor dem Problem, dass sie ein neues Basisfahrzeug nicht so günstig bekommen, wie ein Wohnmobil-Ausbauer dies aufgrund der großen Stückzahlen kann. Die Kosten des Aufbaus noch dazugerechnet kommt ein Selbstausbau meist teurer als ein Wohnmobil von der Stange. Daher wählen die meisten Selbstausbauer auch ein gebrauchtes Basisfahrzeug.

Die beliebtesten Basisfahrzeuge für Wohnmobile

Je nach Wohnmobil-Klasse unterscheiden sich die üblichen Basisfahrzeuge.

Die beliebtesten Basisfahrzeuge für Campingbusse und kleine Kastenwagen

Die beliebtesten Basisfahrzeuge für kleine Campingbusse sind:

  • VW „Bulli“ in allen Generationen (T1-T7)
  • Renault Trafic
  • Citroen Spacetourer
Renault Trafik

Doch auch der Fiat Ducato ist in sehr kleinen Ausführungen verfügbar – man sieht ihn dennoch nicht so häufig als kleinen Campingbus. Die Basisfahrzeuge dieser Kategorie fahren sich PKW-ähnlich, sind alltagstauglich, bieten aber auch nicht allzuviel Platz.

Gerne werden diese Basisfahrzeuge nach eigenen Wünschen ausgebaut, doch auch als Campingbusse von der Stange sind sie erhältlich, zum Beispiel als:

  • VW California oder
  • Pössl Campster.

Die beliebtesten Basisfahrzeuge für größere Wohnmobile

Mittlere und größere Kastenwagen und ausgewachsene Wohnmobile basieren meist auf folgenden Basisfahrzeugen:

  • Fiat Ducato
  • Citroen Jumper / Peugeot Boxer
  • Mercedes Sprinter
  • VW Crafter
  • Ford Transit
  • Renault Master
  • Open Movano
  • Iveco Daily

Die Nummer eins hat hierbei der Fiat Ducato inne.

Wir sind nun weder Automobilclub, noch testen wir ein Fahrzeug nach dem anderen. Im folgenden wollen wir auf die einzelnen Fahrzeuge eingehen, allerdings können wir dabei nicht jedes Detail behandeln. Die nachfolgenden Abschnitte stellen eine Mischung aus aufgeschnappten Erfahrungswerten und Foren-Recherche dar, Anspruch auf Vollständigkeit gibt es wie immer nicht.

Fiat Ducato als Wohnmobil

Platzhirsch ist der Fiat Ducato:Der Fiat Ducato vereint Robustheit, gutes Platzangebot, riesige Verbreitung und ein gutes Werkstätten-Netz.

Fiat Ducato

Der Name Fiat muss nicht abschrecken. So zweifelhaft der Ruf der Marke im PKW-Bereich sein mag, die Fahrzeuge sind als Wohnmobil zig-fach im Einsatz und grundsätzlich unproblematisch. Mittlerweile hat auch der Ducato kein ganz böses Nutzfahrzeug-Feeling mehr.

Ducato Als Wohnmobil: Fahrerhaus

Natürlich liest man bei genauer Recherche immer wieder von Schauergeschichten mit den Ducatos. Unsere persönlichen Erfahrungen mit dem Ducato sind bislang positiv, auch im Bekanntenkreis sind viele Ducatos ohne Probleme im Einsatz. Dennoch kennen wir auch „Montagsmodelle“, die dauernd defekt sind. Doch diese gibt es schließlich bei jedem Hersteller.

Je nach Baujahr sind Fiat Ducato, Citroen Jumper und Peugeot Boxer baugleich, unterscheiden sich jedoch in Details (wie Motorisierungen). Der Ducato ist dabei schon länger kein Billigangebot mehr: Aktuell (2018) kann man Peugeot Boxer und Citroen Jumper um beträchtlich weniger bekommen, als einen Fiat Ducato. Iveco, Mercedes und VW liegen jedoch preislich weiterhin um einiges höher.

Warum ist der Ducato im Wohnmobil so beliebt?

Warum der Ducato im Wohnmobil-Bereich so erfolgreich ist, hat viele Gründe. Den Erfolg auf einen günstigen Preis zu reduzieren, wird dem Ducato nicht gerecht – umso mehr, als er heute gar nicht mehr das günstigste Angebot darstellt.

  • Die allermeisten Wohnmobile werden auf dem Ducato seit den 80er-Jahren aufgebaut. Fiat war hier einfach sehr früh dran, und hat im Laufe der Zeit seine Vormachtstellung im Wohnmobilbereich geschickt einzementiert. So bietet Fiat zum Beispiel ein eigenes Reparaturservice, die Camper-Assistance an (dazu mehr unten). Man arbeitet schon lange mit der Wohnmobilbranche zusammen, während andere Hersteller den Trend klar verschlafen haben, und nun versuchen, hier aufzuholen.
  • Ein klarer Vorteil des Fiat Ducato ist daher seine enorme Verbreitung und das Werkstättennetz. Als Transporter und Lieferwagen sind tausende Ducatos im harten Dauereinsatz unterwegs. Man kann deshalb überall in Europa Ersatzteile und kompetente Werkstätten finden.
  • Platzangebot: Durch seine kantige Form bietet der Ducato viel Platz im Innenraum. Viele andere Kastenwagen laufen nach oben hin relativ eng zusammen, der Ducato kann das besser. Er ist zudem auch der breiteste, derzeit angebotene Transporter.

Fiat Ducato Euro 6-Probleme

Fiat bietet 2018 Euro 6 Diesel-Motoren, anders als die meisten anderen Hersteller jedoch ohne AdBlue. Dies wird oft kritisiert, doch für uns persönlich stellt das sogar einen Vorteil dar:

  • Adblue ist nicht überall erhältlich
  • Adblue ist bei tiefen Temperaturen wohl nicht ganz unproblematisch (Da der Harnstoff kristalliert. Die Hersteller widersprechen dieser Aussage allerdings heftig, wir haben keine Erfahrungen damit).
  • Ein eigener Adblue-Tank bedeutet, dass keine Option eines 120 L-Dieseltanks mehr angeboten werden kann. Der zusätzliche Tank ist auch ein Gewichtsfaktor.
  • Ein weiteres, komplexes System bedeutet eine Fehlerquelle mehr.

Allerdings muss man fairerweise auch sagen, dass Fiats „Behelf“ per ausgeklügelter Abgasrückführung ebenfalls eine gewissen Komplexität aufweist, und bereits zu Problemen geführt hat. Dabei konnten Wohnmobil-Besitzer teilweise wochenlang ihr Wohnmobil nach einem Rückruf nicht bewegen, weil das Fahrzeug von der Werkstatt nicht freigegeben wurde. Das lag aber nicht daran, dass das Problem an sich so schwierig zu beheben gewesen wäre, sondern daran, dass die notwendigen Teile schlicht nicht verfügbar waren. Das war nun nicht gerade toll für die betroffenen Kunden, spricht jetzt aber auch nicht gegen das System an sich. Nun, da das System bereits länger am Markt ist, sollte dies nicht mehr vorkommen.

Schlussendlich bleibt noch die Problematik der Ladung der Aufbaubatterie per Lichtmaschine, die mit Euro 6 angeblich nicht mehr funktionieren soll. Beim Ducato ist das aktuell wohl nur bei Modellen mit Start/Stop-Automatik der Fall, und diese wird aktuell von den wenigsten Ausbauern verbaut. Wer jedoch eine Start/Stopp-Automatik hat, kann das Problem per Ladebooster lösen.

Leistung des Fiat Ducato Euro 6

Berichte über mangende Leistung gab es bei Euro 5-Ducatos. Diese finden sich zu den Euro 6-Versionen eigentlich nicht mehr. Hier dürfte Fiat nachgebessert haben.

Unsere Erfahrung mit dem Ducato 2018: Unser 150 PS-Ducato hat sich auf den ersten 5.000 km einwandfrei bewährt. Die Motorleistung ist hervorragend, und unserem früheren 2,8 HDI mit 128 PS (obwohl dieser leichter war) weit überlegen. Man kann schaltfaul fahren und der variable Turobolader (erst ab der 150 PS-Version verbaut) spielt seine Stärken am Berg aus. Auf der Autobahn fahren wir aber max. 120 km/h, da sich bei unserer Aufbauhöhe sonst ein unbequemer Spritverbrauch einstellt. Beim Dahinrollen auf der Landstraße liegt dieser aber bei akzeptablen 10 L. Aus unserer Sicht kann man den Fiat Ducato Euro 6 fürs Wohnmobil durchaus empfehlen.

Bekannte Probleme des Ducatos

Der Ducato scheint wohl eine Schwäche im Bereich der Motorraumdichtung zu haben, die zu schwerwiegenden Schäden führen kann.

Rückrufe des Fiat Ducato

In Foren wird oft auf Rückrufe von Fiat in den letzten Jahren hingewiesen. Sieht man aber in Rückruf-Datenbanken nach, stellt man fest, dass Rückrufe auch bei anderen Herstellern nicht weniger häufig vorkommen. Und: Rückrufe sind grundsätzlich kein negatives Signal, sondern ein Zeichen dafür, dass man Problemen zumindest zuvorkommen möchte.

Camper-Assistance

Die Camper-Assistance ist ein Service von Fiat, das unterwegs Unterstützung bei Problemen mit dem Fahrzeug bietet. Es ist für Besitzer neuer Fahrzeuge kostenlos, und durchaus ein Faktum, der den Preis des Ducato wieder etwas zurechtrückt.

Citroen Jumper und Peugeot Boxer

Aktuell (2018) kann man Peugeot Boxer und Citroen Jumper um beträchtlich weniger bekommen, als einen Fiat Ducato. Fiat bietet Euro 6 ohne AdBlue, was man nun als Vorteil (geringeres Gewicht, eine Fehlerquelle weniger) oder Nachteil (Zukunftssicherheit) sehen kann. Citroen und Peugeot setzen bereits auf AdBlue, haben aber nur mehr 2 L Hubraum. Ob sich die kleineren (PKW-)Motoren auch langfristig im harten Womo-Alltag bewähren, wird sich zeigen.

Wohnmobile auf Mercedes und VW-Basis

Mercedes und VW sind generell hochpreisigen Wohnmobilen vorbehalten. Insbesondere der neue VW-Crafter soll als Wohnmobil-Basis für PKW-ähnliches Fahrverhalten sorgen, und natürlich haben beide Marken einen Prämium-Anspruch. Sie haben jedoch nicht nur Vorteile. So schränkt ihre, im Vergleich zu Ducato & co. schmälere Karosserie, den Bewegungsspielraum im Inneren ein.

Mercedez Sprinter

Sprinter, Crafter sind eher schwer. Bei 3,5 t bleibt weniger Zuladung, vor allem bei Doppelbereifung.

Mercedez Crafter
Vw Crafter

Ford als Wohnmobil-Basis

Ford hatte vor einigen Jahren Probleme mit dem berühmt-berüchtigten „Puma“-Motor, und viel Reputation eingebüßt. Die neueren Motoren sollen wieder gut sein, und so finden sich auch viele Wohnmobile auf Transit-Basis.

Wohnmobile auf Renault / Opel-Basis

Eher ein Nischen-Dasein fristen Renault Master und Opel Movano. Die Wohnmobile auf diesen Basisfahrzeugen existieren zwar, sind aber nicht sonderlich häufig zu finden.

Renault Master

Wohnmobile auf LKW-Basis

Für richtig schwere Wohnmobile (5 t und mehr) werden vorzugsweise LKWs, z. B. von Iveco oder MAN als Basisfahrzeuge eingesetzt. Für Expeditionsmobile stößt man bei den Transporter-Basisfahrzeugen einfach an technische Grenzen.

Fazit

Bei den Basisfahrzeugen ist sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei, doch die Frage nach dem besten Basisfahrzeug lässt sich keinesfalls objektiv beantworten. Zu unterschiedlich sind die Ansprüche, sowie die Erfahrungen. An der Vormachtstellung des Fiat Ducato scheint sich aber in den nächsten Jahren im Wohnmobil-Bereich nichts zu ändern.

Gerfried / womoguide.at
Über den Autor
Gerfried Reis
"Immer schon" im Wohnmobil unterwegs. Fotograf, YouTuber, Autor, Blogger, Wingfoiler, Softwareentwickler. Mehr erfährst du hier.

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13 Gedanken zu „Das Wohnmobil-Basisfahrzeug“

    • Nachtrag:
      Schaut mal bitte bei eurem Ducato nach, wir haben das gleiche Basisfahrzeug. Das Problem betrifft offensichtlich nur ältere Ducato mit den Scheinwerfern mit senkrechter Naht zur Motorhaube. Ich weiß nicht wann es das Facelift gab, aber bei den Fahrzeugen mit den nach vorn herumgezogenen Scheinwerfern, scheinen Dichtung, Wasserwanne und Ablaufrohre verbessert worden zu sein.

    • Hallo Thorsten,

      für uns ist das nicht extrem wichtig, da wir (zumindest derzeit) im Winter nicht mit dem Camper unterwegs sind. Allerdings glaub ich gelesen zu haben, dass die aktuellen Ducatos nicht mehr vom Problem betroffen sind.

  1. Man liest in jeder Zeile die Verbundenheit zu Fiat und die Ablehnung zu Citroen und Co. Schade eigentlich, wäre fast ein guter Bericht geworden aber die fehlende Objektivität hat das verhindert. Trotzdem eine gute Sammlung an Ansätzen. Die Empfehlung eines Ladebooster bzw. das schnelle übergehen zum Thema Ladeproblematik ist fatal. Zumal es mittels umfnagreicher Messungen (wir haben das gemacht) einen Ladebooster absurd macht und nur bei den Herstellern empfehlenswert ist, die den Kunden mit zu geringen Leitungsquerschnitten ein unbrauchbares Ladesystem verbauen (Hymer etc.)

    • Hallo black_vanilla (?),

      man könnte das auch umgekehrt sehen: Da ist ein anonymer Kommentar-Schreiber (vielleicht sogar ein nicht ganz unbeeinflusster Händler mit eigenen Interessen?), der sich hinter einem Pseudonym versteckt, verstimmt, weil „sein“ Fahrzeug hier nicht die Hauptrolle spielt, und behauptet dann einfach mal, es fehle die Objektivität.

      Ich kann dich beruhigen: Dem ist nicht so. Wir haben nachweislich keinerlei Markenverbundenheit. Vor dem aktuellen Fiat hatten wir einen Peugeot Boxer, davor einen VW. Wir wählen immer nach objektiven Kriterien aus, das Logo auf dem Fahrzeug ist uns egal. Gegenteiliges zu behaupten entbehrt jeglicher Grundlage, und auch der Artikel gibt dazu – anders als von dir behauptet – keinen Anlass dazu. Wenn du in „jeder Zeile die Verbundenheit zu Fiat“ herausliest, sagt das mehr über dich, als über uns.

      Es ist ein Faktum, dass der Ducato das häufigste Basisfahrzeug für Wohnmobile darstellt. Dafür gibt es gute Gründe, und diese erklärt der Artikel auch.
      Und damit einher geht wiederum der Umstand, dass es zum Ducato die meisten Erfahrungsberichte gibt, weshalb dazu schlicht mehr Information verfügbar ist. Du kannst uns aber gerne deine Erfahrungen mit anderen Fahrzeugen zusenden, damit wir diese eventuell einbauen können.

      Das Thema „Ladebooster“ übergehen wir dir zu schnell? Es handelt sich hier um einen Artikel zum Thema „Basisfahrzeuge“, nicht um einen Artikel zum Thema Wohnmobil-Elektrik. Hier ausführlich abzuschweifen wäre der Lesbarkeit des Artikels nicht dienlich. Wir verlinken ohnehin zu einem weiteren Artikel mit mehr Informationen zum Thema.
      Zudem übersiehst du, in welchem Kontext der Ladebooster überhaupt erwähnt wurde („Start-Stopp-Automatik“, wo er logischerweise sehr wohl sinnvoll sein kann).

      Es ist ein häufiges Problem in der Wohnmobil-Szene, dass viele nach Rechtfertigungen der eigenen Kaufentscheidung suchen, und alles, was dem nicht dienlich ist, als persönlichen Angriff sehen. Das ist unnötig, jeder kann das kaufen, was er für die beste Lösung hält.

      Kritik ist immer gerne gesehen, vorzugsweise aber unter Klarnamen, und bevor man mangelnde Objektivität vorwirft, sollte man sich selbst an der Nase nehmen.

  2. Hallo
    Wir haben einen grossen Integrierten, Jahrgang 2018, auf Fiat Ducato Basis mit dem 170 PS Motor.
    Wir haben uns beim Kauf zum Automatikgetriebe, sprich automatisiertes Schaltgetriebe, überreden lassen. Dies sei angenehmer und viel entspannter zu fahren.
    Das war der erste grosse Fehler bei unserem Womo-Kauf ! Das Getriebe ist einfach nur Schrott!
    Fahrkomfort ist bei den Fiat-Fahrgestellen auch ein absolutes Fremdwort. Die Vorderachse ist so hart abgestimmt, dass man auf etwas schlechteren Strassen das Gefühl hat, jetzt zerlegt es das Womo gleich in sämtliche Einzelteile, vom körperlichen Wohlbefinden ganz zu schweigen. Auch an der Hinterachse ist Federungs- und Fahrkomfort nicht vorhanden.
    Wir haben für unsere Firma auch einen VW Crafter Bus in Langversion. Jede Fahrt mit dem Crafter ist eine Wohltat im Vergleich zum Fiat Ducato Womo.
    Die Frage, warum alle Womo-Hersteller fast nur auf dem Ducato aufbauen, ist nebst der technischen Bauweise für einen Vollintegrierten eigentlich nur dadurch zu beantworten, das Fiat die Dinger nachweislich zu Schleuderpreisen an die Womo-Hersteller verscherbelt.
    Sobald es Integrierte auf der Basis eines guten Herstellers gibt, werde ich unser Ducato Womo sofort verkaufen. Mercedes hat schon mal einen vielversprechenden Anfang gemacht.

    • Hallo,

      vom automatisierten Schaltgetriebe hätte ich euch auch abgeraten (auch, wenn es seine Fans hat). Mittlerweile gibt es ja glücklicherweise eine „echte“ Automatik.
      Beim Fahrkomfort bin ich nicht deiner Meinung. Wir sind mit unserem Heavy-Fahrwerk jedenfalls sehr zufrieden. Viele rüsten ja Luftfedern oder andere Felgen nach, aber wir sehen den Bedarf nicht – es passt nämlich bei uns so, wie’s ist. Ich würde beim Wohnmobil immer zum Heavy greifen, denn wenn man ein Fahrgestell am Limit betreibt, muss der Fahrkomfort notgedrungen auf der Strecke bleiben. Und beim Integrierten ist wohl dann auch das Heavy-Fahrwerk – je nach Größe – auch wieder am Limit.
      Integrierte gibt es ja bereits auf Basis aller möglichen Basisfahrzeuge. Iveco, Mercedes, …
      Ich hoffe, ihr findet ein Fahrzeug, mit dem ihr zufrieden seid!

  3. Fiat Ducato – alles gut und schön
    aber bei den Fahrerassistentsysteme hat er noch nachholbedarf – zb. das ACC
    Adaptive Cruise Control ACC – Abstandsregeltempomat – ist bei Fiat nicht möglich.
    Oder kann man mich eines besseres belehren.
    Würde mich freuen – gruss gerd

    • Hallo Gerd,

      soviel ich weiß, gibt es den Abstandstempomat tatsächlich nicht. Notbremsassistent gibt es aber immerhin.
      Ich persönlich vermisse ACC nicht. Ich durfte so ein System in sicher schon 10 verschiedenen Fahrzeugen verschiedener Marken „genießen“, und habe es ausnahmslos gehasst. Das zerstört jeden Verkehrsfluss, weil der Tempomat gefühlt einen Kilometer vor dem nächsten LKW abbremst, und man dann gezwungen ist, ohne Geschwindigkeitsüberschuss die Spur zu wechseln. Aber wenn einem das wichtig ist, muss man wohl derzeit tatsächlich eine andere Marke kaufen.

  4. Fiat Ducato war für mich immer ein Problem, genauso Ford Transit mit Vorderradantrieb. Die Vorderräder drehen schnell durch. Abgas- Schwindel bei Fiat das nächste Problem. Kaufte mir deshalb ein Knaus- Wohnmobil mit MAN TGE 4×4, der in der Auflistung im vorherigen Text fehlte. Die VW Crafter- Basis im neuen MAN ist Spitze.
    Am Hang bei feuchtem Gras und auch bei Steigungen mit Schnee drehte kein Rad durch.

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