Rund um Málaga ist es typisch, am Strand Sardinen am Spieß zu essen. Unzählige Anbieter sind dafür entlang der endlosen Strände der Costa del Sol wie aufgefädelt am Strand anzufinden, die Aufmachung reicht von einfacher Strandbude bis zum nobleren Meeresfrüchte-Restaurant. Übersehen kann man diese nicht, denn als Grills dienen Metallgestelle in Bootsform.

Dabei schwankt die Qualität durchaus, und wir haben dabei auch schon danebengegriffen.
Eine positive Ausnahme dabei ist El Espigon de La Cala in La Cala del Moral. Vom dortigen Wohnmobil-Stellplatz ist man in ein paar Minuten Gehzeit bei diesem Fischbrater – und findet sich dabei an einer sehr empfehlenswerten Adresse ein.

Zugegeben – man muss die Kellner auf sich aufmerksam machen, von selbst tut sich nicht viel. Aber das ist in Spanien generell so üblich. Ein paar Wörter Spanisch schaden ebenfalls nicht, aber falls diese nicht vorhanden sind, bemühen sich die Kellner durchaus auch auf Englisch.

Als Vorspeise gibt es eine Ensaladilla Rusa, also ein russischer Salat nach Spanischem Muster, der solide ist, uns aber nicht umhaut.
Ein „Espigon de Sardinas“, wie ein Spieß Sardinen rund um Málaga heißt, kostet im Espigon de La Cala (2025) €4,50, und darauf finden sich dann sechs Stück Sardinen. Und was für welche! Punktgenau zubereitet fallen sie von der Gräte, wenn man fachmännisch ein wenig auf den Rücken drückt. Perfekt gewürzt mit grobem Salz schmeckt schon der erste Bissen so, wie er schmecken soll! Umwerfend gut.

Wir essen einen Spieß pro Person. Das ist als Hauptgericht etwas wenig und will man nur Sardinen essen, kann man sich durchaus zwei oder drei Spieße pro Person überlegen. Dazu gibt es Patatas Fritas (Pommes Frites), die leider sehr durchschnittlich sind, und angesichts des Preises (teurer als ein Spieß Sardinen!) durchaus etwas üppiger ausfallen dürften.

Nach den Sardinen folgt für uns aber noch ein Highlight: Ein lokal gefischter Calamar, ebenfalls am Spieß zubereitet. Das kann man nicht übersehen und überhören, denn der Capitano am Grill schreit seine Freude über jeden neu bestellten, größeren Fisch in die Welt, säbelt vor versammeltem Publikum Schnitte in den bereits aufgespießten Fisch und steckt ihn dann vor die glühenden Holzscheite. Wenig später wird er auch schon serviert. Er schmeckt sehr gut, ist aber auch recht teuer (€45 pro Kilogramm, unser Exemplar schlägt mit €35 Euro zu Buche). Will man ihn bestellen wird man unserer Erfahrung nach auch regelmäßig gewarnt, dass es sich um ein Gericht zum Teilen handle. Wir sind zu viert beim Essen, und so bekommt jeder ein paar Happen. Gut, aber man kann mit anderen Gerichten sicher ebenso wohlschmeckend und definitiv günstiger satt werden.

Insgesamt schlägt sich das Essen für vier Personen dann mit etwa €93 zu Buche. Das ist okay, nur die besprochenen Pommes tun mit €23 ein wenig weh, und richtig günstig ist es angesichts dessen, das nur Wasser getrunken wurde, nicht. Unsere Empfehlung. Die Sardinen. Die sind top, wirklich herausragend gut, und wenn man dazu ein, zwei Vorspeisen und Brot isst, dann erhält man ein qualitativ hochwertiges, günstiges Essen. Natürlich spricht auch nichts dagegen, die weiteren Spezialitäten des Espigon de la Cala zu testen, nur muss man sich dessen bewusst sein, dass das Preis- Leistungsverhältnis dort schwankt.
El Espigon de La Playa, P.º Blas Infante, 102, 29720 La Cala del Moral, Málaga
GPS.: 36.71426896084973, -4.309597563990103








