Zwar ist WoMoGuide unser Herzens-Projekt, nicht aber ein Hobby-Projekt. Die Webseite war von Beginn an als professionelle Plattform geplant, und 2020 haben wir (zum quasi schlechtestmöglichen Zeitpunkt) entschieden, uns komplett auf eigene Beine zu stellen. Da wir diesbezüglich immer wieder auf Unverständnis stoßen, möchten wir das Thema hier mal aufarbeiten.

Inhaltsverzeichnis
WoMoGuide ist kein Hobby
Aus Erfahrung wissen wir: Es gibt immer kritische Stimmen, wenn es um Geld geht. „Wenn das euer Herzens-Projekt ist, warum nehmt ihr dann Geld dafür?“ und ähnliche Fragen werden dann gestellt. Das gilt übrigens in Europa viel mehr, als in Amerika, wo es nicht so verpönt ist, über Geld zu sprechen. Dennoch wollen wir hier nochmal auf diese Einwände eingehen:
Herzensprojekt und finanzielle Einnahmen sind kein Widerspruch.
Ganz im Gegenteil: Wir hängen da so sehr daran, dass wir möglichst viel unserer Zeit darauf verwenden wollen. Doch das muss man sich auch leisten können. Denn auch wir müssen natürlich unseren Lebensunterhalt bestreiten. Am Liebsten mit dem, wo wir so richtig dahinterstehen und wo unser Herzblut drinsteckt.

Inhalte sind unser Job
Wie wahrscheinlich auch du, müssen wir unseren Lebensunterhalt bestreiten. Manche BesucherInnen gehen leider immer noch davon aus, dass Content im Netz einfach zur Verfügung zu stehen hat und sich magisch selbst erzeugt. Oder davon, dass wir das alles aus einem übersteigerten Mitteilungsbedürfnis heraus machen. Doch Leserinnen und Lesern wie dir ist klar, dass das leider nicht so funktioniert, und dass irgendjemand seine Arbeitszeit investieren muss, damit es nützliche Artikel und gute Videos zu sehen gibt. Zeit, die auch wir eigentlich lieber auf der faulen Haut am Strand, beim Sport, bei Wanderungen, beim Surfen oder beim Genießen im Restaurant verbringen würden. Aber wir sind nicht im Urlaub, das hier ist unsere Arbeit, und genau wie du haben wir auch entsprechende Verpflichtungen.
Als ich noch einen normalen Angestellten-Job hatte, gab es Zeiträume von mehreren Monaten, wo kein neuer Artikel erschien. An Videos auf YouTube war gar nicht zu denken. Jedenfalls nicht mit dem Anspruch, den wir an Artikel und Videos stellen. Erst 2020, mit dem Schritt in die Vollzeit-Selbständigkeit, gab es endlich einen gut gefüllten Redaktionskalender ohne Lücken.
Auch Zeit, die wir für Kundenaufträge verwenden, kann nicht in den WoMoGuide fließen. Daher versuchen wir, Wege zu finden, um vom WoMoGuide selbst leben zu können. Denn die Wahrheit ist: Funktioniert das nicht, dann gibt es unsere Inhalte nicht mehr. Ganz einfach. Wir machen das Ganze nicht aus einem Mitteilungsbedürfnis heraus, sondern als Serviceleistung für dich. Damit du Reiseziele siehst, damit du ein Produkt kennenlernst. Inhalte stellen einen Wert dar, und wir produzieren Inhalte.
Der Aufwand hinter WoMoGuide
Mittlerweile ist WoMoGuide ein Vollzeitjob. Das ist so vielleicht nicht gleich ersichtlich, denn wir betreiben WoMoGuide weiterhin als Webseite eines Camper-Ehepaars, und wollen nicht in Business-Sprech verfallen und als Unternehmens-Seite rüberkommen. Doch zu einer Plattform wie dieser gehört mehr, als aus Lust und Laune gelegentlich Artikel zu schreiben.
Begonnen hatte WoMoGuide nebenbei, doch über die Jahre wuchs der Besucherstrom und damit auch der Aufwand, der damit einherging. Heute gibt es einen professionellen (und strikten!) Redaktions-Kalender, der auch erfüllt werden muss, und das funktioniert weder spontan noch nebenbei.
Zusätzlich zum zeitlichen Aufwand erfordert eine professionell betriebene Plattform aber auch ein gehöriges Investment was Server-Infrastruktur, technisches Equipment, Softwarelizenzen und vieles mehr angeht.
Das soll übrigens kein Jammern sein. Wir haben uns entschieden, diese Plattform professionell zu betreiben und sind mit Feuer und Flamme dahinter. Wir wollen hier nur unseren Leserinnen und Lesern die Möglichkeit geben, den Aufwand hinter der Plattform nachzuvollziehen.

„Professionell“ ist nicht „Hobbymäßig“
Denn eine professionelle Web-Plattform ist nicht vergleichbar damit, hobbymäßig ab und zu einen Reisebericht zu schreiben. Als Hobby kann man schreiben, wann und was man Lust hat. Aber mit „ab und zu“ überzeugt man weder Leser, noch Google. Schafft man es aber nicht, Suchmaschinen zu überzeugen, dann wird man nicht gefunden. Und wird man nicht gefunden, dann hilft man letzten Endes auch niemandem (oder nur sehr wenigen) weiter. Und damit bleibt es eben ein Hobby-Projekt, ohne Reichweite und ohne große Relevanz für die Zielgruppe.
Will man professionell arbeiten, dann steigt mit dem Besucherstrom auch gleich der Anspruch an Infrastruktur, an die technische Ausrüstung, die eigene, zeitliche Verfügbarkeit, den Redaktionskalender und vieles mehr. Man benötigt Software-Analysetools, man muss die Website ständig aktuell halten, an veränderte Gegebenheiten anpassen. Plugins kosten Geld, Wartung kostet Geld. Server-Infrastruktur, die >100.000 Zugriffe monatlich überhaupt stemmen kann, ist nicht kostenlos. Dass die Infrastruktur auch betreut werden muss, der Steuerberater seine Listen erwartet und die Krankenversicherung auf regelmäßigen Überweisungen besteht, versteht sich von selbst, aber das alles ist Aufwand, an den niemand denkt und den im Endergebnis niemand sieht.

YouTube und Videos
Auch YouTube wird von vielen als Hobby wahrgenommen. Immerhin vermitteln Reisevideos Urlaubsfeeling.
Doch glaubt uns: So gut wie kein Kanal mit über 10.000 Abonnenten wird als Hobby betrieben – auch, wenn euch das einige Kanäle so verkaufen möchten.
Seit 2020 versuchen wir nun auch, jede Woche zumindest ein YouTube-Video zu veröffentlichen. Videoschnitt ist enorm aufwändig, dazu kommt noch die Investition für professionelles Kamera-Equipment UND die notwendige Hardware, um 4k-Videos überhaupt schneiden zu können. Riesigen Datenvolumina müssen gespeichert werden, es braucht Backups, Backup-Kameras, usw.
Videos müssen geplant werden, das notwendige Material muss gefilmt werden (manchmal mehrfach, weil etwas vergessen wurde oder technisch etwas schiefgeht). In der Praxis bedeutet das oft, mit dem Camper drei Mal am selben Fleck vorbeizufahren, dann Olya wieder aufzulesen, und das Ganze am nächsten Spot zu wiederholen. Ein lockeres In-den-Tag-Hineinleben ist das nicht. Es ist Arbeit.
Anschließend folgt Schnitt, Nachvertonung, und der Upload. Ein YouTube-Video bedeutet im Durchschnitt noch etwa 2-3 Tage Arbeit, nachdem das Material bereits gefilmt wurde. Ein attraktives Thumbnail muss erstellt werden. Alleine am Upload inklusive Einstellungen sitzt man am Ende noch eine Stunde.
Musik und Sound-Effekte für unsere Videos müssen (kostenpflichtig) lizenziert werden, und das notwendige Film-Equipment umfasst:
- Kamera-Ausrüstung,
- aktuelle Laptops (für Videoschnitt geeignet!),
- Speicherkarten,
- Backup-Medien,
- Mikrofone,
- Gimbals,
- Stative,
- Licht-Equipment
Das Equipment hält auch nicht ewig, sondern muss nach und nach immer wieder ersetzt werden.

Unsere Reisen sind kein Urlaub
Wir reisen natürlich gerne (deshalb haben wir ja unser Leben langfristig darauf ausgerichtet), können dabei aber nicht einfach in den Tag hineinleben.
- Ständig wird notiert, fotografiert, gefilmt.
- Abends wird der Tag schriftlich festgehalten, damit wir wichtige Details nicht vergessen.
- Dann folgt bereits die Planung des nächsten Tages, damit wir auch etwas zu erzählen haben.
- Dazu gehört Fotografie, Sichten des Materials, Sortieren von Bildern, Bildbearbeitung, Export für das Zielmedium
Anstatt gemütlich den Sonnenuntergang zu beobachten, sind wir in unsere Laptops vertieft. Anstatt den Ort aufzusaugen, zu genießen, schneiden wir Videos, schreiben Artikel, arbeiten am WoMoGuide. Denn Reisen bedeuten keine Arbeitspause. Das wäre nicht möglich, denn wir kämen nie mehr hinterher. Das Material würde sich stapeln und wäre nicht mehr bewältigbar.
Blogartikel
Artikel werden oft lange im Voraus recherchiert, geschrieben, korrigiert und dann im Veröffentlichungs-Kalender eingeplant. Die Recherche für Artikel alleine und das Sammeln von Material kann Tage Aufwand bedeuten. Das eigentliche Schreiben kostet uns manchmal noch einmal mehrere Tage. Denn:
- Artikel müssen strukturiert sein, damit sie gut lesbar sind,
- aber auch von Suchmaschinen verstanden werden
- Bilder müssen dazu passen, gut aussehen, von Suchmaschinen verstanden werden
Artikel, die du nicht findest, helfen dir nicht weiter.

Betreuung und Kommunikation
Kommentare, Emails und Nachrichten auf Social Media zu beantworten ist ein Aufwand, der unterschätzt wird. Den für einzelne BesucherInnen ist es nur eine Nachricht – wir haben aber manchmal 15 davon im Posteingang – täglich. Will man diese Nachrichten nicht mit vorbereiteten Textschnipseln beantworten, ist da gleich mal eine Stunde pro Tag weg. Eine Stunde, die niemand bezahlt. Dazu gehört:
- Moderieren und Beantworten von Kommentaren auf YouTube
- Beantworten von Emails
- Unsere Social-Media-Kanäle müssen betreut werden. Das schaffen wir aufgrund der vielen anderen Tätigkeiten nicht immer so, wie wir es uns wünschen würden.
Software-Aufwand
Wir benötigen unzählige Software-Tools für den Betrieb unserer Plattform. Glücklicher Weise sind einige davon kostenlos, viele aber auch nicht. Wir bezahlen zum Beispiel für:
- Die Adobe-Suite (Photoshop, Lightroom, etc.)
- WordPress-Plugins
- Gebühren für Zahlungsdienstleister

Business Development
Finden von Kooperationspartnern, Kommunikation mit diesen und Vereinbarung von Kooperationen verschlingt viel Zeit. Die Abstimmungen hierfür können Tage in Beschlag nehmen, und meist stehen dem dann 0 Euro Einnahmen gegenüber, weil keine Kooperation entsteht.
Administration und Sonstiges
Neben all diesen Tätigkeiten gibt es noch viel Administration, die wir (wie jedes Unternehmen) zwingend erledigen müssen. Wir sprechen hier wahrscheinlich von 20% unserer Zeit, die wir aufwenden müssen, UM WoMoGuide betreiben zu können. Diese Zeit sieht am Ende niemand. Dazu gehören zum Beispiel:
- Updates der Software, um Sicherheitslücken zu vermeiden und das Design up-to-date zu halten, damit auch die Benutzer-Erfahrung passt
- Bezahlen unseres Steuerberaters und natürlich
- die Versteuerung der Einkünfte
- Pflicht-Krankenversicherung, die wir wie alle anderen Selbständigen natürlich auch benötigen
- Kontinuierlicher Aufwand, um sich ständig ändernden, rechtlichen Anforderungen (z.B. DSGVO) zu entsprechen
- Versicherungen unseres Equipments gegen Diebstahl, Vandalismus u.ä. denn wir müssen uns natürlich auch unterwegs absichern.
- Kosten für Weiterbildung, denn im Technikbereich gibt es natürlich keinen Stillstand
- Zukauf von Leistungen wie Logo-Design, Buch-Layout, Lektorat, etc.

Und was hat man dann davon?
Und was haben wir dann von dem ganzen Aufwand? Nun, im Idealfall die Möglichkeit, davon unseren Lebensunterhalt zu bestreiten und so weiterhin qualitativ hochwertige Inhalte anbieten zu können. Mehr zu unseren Einnahmen findest du hier.
Fazit
Du siehst (hoffentlich): Der WoMoGuide erfordert von uns großen, finanziellen und zeitlichen Einsatz. Und nur, weil man etwas mit einem Projekt verdienen möchte oder muss, wird das Projekt dadurch nicht schlechter. Im Gegenteil: Es steigert die Qualität und die Zeit, die dafür zur Verfügung steht. Und davon haben am Ende alle etwas.








